composer in residence
Jyrki Linjama
Jyrki Linjama wurde 1962 im finnischen Jyväskylä geboren und studierte Komposition bei Einojuhani Rautavaara und Paavo Heininen an der Sibelius Akademie in Helsinki, wo er 1989 sein Diplom erhielt. 2003 schloß er an diesem Institut auch ein Doktorat ab. Weitere Studien führten ihn an das Königliche Konservatorium in Den Haag, an die Hochschule der Künste in Berlin, wo Witold Szalonek sein Lehrer war, und nach Budapest, wo er Privatstunden bei Zsolt Durkó erhielt. 1993-2008 wirkte Jyrki Linjama selbst als Lehrer am Konservatorium von Helsinki und an der Sibelius Academy sowie als musikwissenschaftlicher Lektor an der Universität Turku.
Linjama veröffentlichte zahlreiche Artikel und wissenschaftliche Beiträge und engagierte sich in vielen Musikorganisationen, so etwa als Vorsitzender des Verbandes Finnischer Kirchenmusikkomponisten und im Vorstand der Madetoja-Stiftung. Vielfach unterrichtete er auch im Rahmen von pädagogischen Projekten wie etwa Schulworkshops.
Seit dem Rücktritt von seiner Lehrfunktion in Turku arbeitet Jyrki Linjama als freischaffender Komponist. Seine Werke, für die er bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, entstehen zumeist auf konkrete Aufträge hin, darunter von den führenden Orchestern und Festivals seiner finnischen Heimat. Seine Musik gelangt regelmäßig in Finnland zur Aufführung und erklang darüber hinaus auch bei zahlreichen internationalen Festspielen, wie etwa dem britischen Annual Festival of New Organ Music, PantaRhei, den Nordischen Musiktagen und den Nordischen Kirchenmusiksymposien. 2010 ist Linjama "composer in residence" beim Carinthischen Sommer.
In eigener Beschreibung seiner Musik erwähnt Linjama ihre "allgemeine Sensibilität und offensichtliche mimosenhafte Anlage". Für ihn ist es wesentlich, das Recht auf Intimität, den Reichtum feiner Nuancierung und die Bewahrung des Vorhandenen gegenüber heute weit verbreiteter Obszönität zu verteidigen. Zum anderen weist er darauf hin, daß es der Kern heutiger Musikkultur sein müße, eine fruchtbare Spannung zwischen zwei Gegenkräften zuwegezubringen: Feinfühligkeit und Aggressivität.
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