Lotte Ingrisch, Kärntner Sinfonie Orchester, Jonathan Stockhammer

SolistInnen-Jesu-Hochzeit

Sa 6.8.2016 / 20 Uhr Premiere
Di 9.8.2016 / 20 Uhr
Mi 10.8.2016 / 20 Uhr
Fr 12.8.2016 / 20 Uhr
Sa 13.8.2016 / 20 Uhr
Kärntner Sinfonieorchester
Chor des Stadttheaters Klagenfurt
Dirigent: Jonathan Stockhammer
Nicola Raab, Regie
Anne Marie Legenstein, Ausstattung
Hari Michlits, Licht
Boris Grappe (Jesus)
Ursula Hesse von den Steinen (Tödin)
Fredrika Brillembourg (Maria)
Dan Paul Dumitrescu (Josef)
Annette Schönmüller (Magdalena)
Julia Koci (Lazarus)
Marcel Beekman (Engel)
Mit Gottfried von Einems Mysterienspiel Jesu Hochzeit steht 2016 wieder eine Kirchenoper als Herzstück des Carinthischen Sommers auf dem Programm. Das Werk wurde für den Festspielsommer 1980 in Ossiach geplant, aber nie in Kärnten aufgeführt. Gottfried von Einem war von Anfang an dem Carinthischen Sommer aufs Engste verbunden. Er war Ehrenmitglied und liebte die Atmosphäre von Ossiach, wo er seit 1981 beinahe jeden Sommer verbrachte. Dreizehn seiner Werke wurden beim Carinthischen Sommer uraufgeführt, vier explizit den damaligen Intendanten Helmut Wobisch und Gerda Fröhlich gewidmet. Einems Bedeutung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist, nur zwei Dekaden nach seinem Tod, viel zu sehr aus dem öffentlichen Bewusstsein gerückt. Als Vertreter der tonalen Musik war er ein Vermittler zwischen Tradition und Avantgarde in den Nachkriegsjahrzehnten. Seine Werke wurden ungleich häufiger aufgeführt als von irgendeinem anderen zeitgenössischen Komponisten jener Jahre und erreichten ein großes Publikum. Als Direktoriumsmitglied der Salzburger Festspiele und der Wiener Festwochen war Gottfried von Einem auch kulturpolitisch eine Zentralfigur des österreichischen Musiklebens.
Die Kirchenoper Jesu Hochzeit, mit einem nach Augustinus gewählten Titel, hat Einem selbst für eines seiner wichtigsten Werke gehalten. Es entstand aus dem Wunsch, die Geschichte des Lebens Jesu in einer sehr persönlichen Auseinandersetzung mit den biblischen Schriften künstlerisch zu erfassen, im Sinne eines religiösen Bemühens. Einem sah sich darin der pietistischen Literatur der Selbsterforschung des 17./18. Jahrhundert und deren Nachhall in den barocken Oratorien ebenso verpflichtet, wie der langen Tradition der katholischen Mystiker. Das Libretto schuf Lotte Ingrisch, Gottfried von Einems Ehefrau. Es war ihre erste gemeinsame Arbeit und hat auch in dieser Hinsicht einen besonderen biografischen Stellenwert für beide Künstler. Umso bedauerlicher ist es, dass nach der Uraufführung im Theater an der Wien 1980, einer Aufführung in Hannover im selben Jahr und in Mainz 1987 die Oper nicht wieder gespielt wurde. Metaphorisch verwandte Bilder und Begriffe des Librettos hatten Missverständnisse ausgelöst, die dazu führten, dass der Blick auf ein Hauptwerk Gottfried von Einems vollkommen verstellt war. Die Debatte über Jesu Hochzeit hat damals die Öffentlichkeit in beispielloser Weise polarisiert.
Mit größerer Ruhe und dem Abstand von heute, sich dem eigentlichen Gehalt des Werkes zu widmen, ist ein Ziel der diesjährigen Aufführung beim Carinthischen Sommer. Ein wissenschaftliches Symposium, das der Carinthische Sommer dem Spätwerk Gottfried von Einems widmet, gibt der Diskussion und den Bedenken Raum, die manche auch heute gegenüber der Mysterienoper hegen. Anlässlich des zwanzigsten Todestages des Komponisten stellt der Carinthische Sommer in Koproduktion mit dem Stadttheater Klagenfurt Jesu Hochzeit in der Neuinszenierung von Nicola Raab vor. Das speziell für Ossiach gedachte Werk wird im Stiftshof unter freiem Himmel aufgeführt.

Stadttheater Klagenfurt
Die Produktion wird durch die großzügige Unterstützung der Internationalen Gottfried von Einem Gesellschaft, Wien, ermöglicht und ist eine Koproduktion des Carinthischen Sommers mit dem Stadttheater Klagenfurt.

Einführungsvorträge zu JESU HOCHZEIT durch Dr. Arnold Mettnitzer 
jeweils am Premiere- und an den Vorstellungstagen 6., 9., 10., 12., 13. August 19.00 bis 19.30 Uhr
im Rittersaal, Stift Ossiach – Eintritt frei
Die Karten für den Opernbesuch müssen vor dem Vortrag gekauft werden.
Das Kartenbüro im Stiftshof ist bis 18.00 geöffnet. Die Abendkasse befindet sich beim Stiftseingang Ost, der Durchgang durch den Stiftsinnenhof ist ab 18.00 nicht mehr möglich.
Einlass 19.00
Karten kaufen 6.8.2016
Karten kaufen 9.8.2016
Karten kaufen 10.8.2016
Karten kaufen 12.8.2016
Karten kaufen 13.8.2016

Kartenpreis: € 65 (freie Platzwahl)
Zahlungsmethoden: Visa, MasterCard, Diners, American Express, Sofort Überweisung
Ermäßigungen und Bedingungen