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Solowerke für Violine und Violoncello
Ein Gegenprogramm zum Lärm der Welt sind Johann Sebastian Bachs Solowerke für Violine und Violoncello. Hoch konzentriert und verdichtet, vielschichtig und anspruchsvoll sind diese Solosonaten, Suiten und Partiten für ein Streichinstrument ohne Bass.
Gleichzeitig geben sie den jeweiligen Solisten ein Maximum an Freiheit in den Möglichkeiten in der Interpretation. Johann Sebastian Bach selbst spielte bis ins hohe Alter die Violine, sie war neben dem Cembalo sein bevorzugtes Instrument für den eigenen, privatesten Ausdruck. Nach den Worten seines Sohnes Carl Philipp Emanuel: In seiner Jugend bis zum ziemlich herannahenden Alter spielte er die Violine rein und durchdringend und hielt dadurch das Orchester in einer größeren Ordnung, als er mit dem Flügel hätte ausrichten können. Er verstand die Möglichkeiten aller Geigeninstrumente vollkommen. Die zeigen seine Soli für die Violine und für das Violoncell ohne Baß.
Der Carinthische Sommer 2020 bietet die Gelegenheit, Werke aus beiden exquisiten Sammlungen zu hören: Benjamin Schmid spielt drei der Sonaten und Partiten für Violine, darunter auch die grandiose d-Moll-Partita mit der berühmten Chaconne, welche Bach sehr wahrscheinlich als Epitaph zur Erinnerung an seine erste Ehefrau Maria Barbara 1720 schrieb. Barbara Lüneburg stellt im Musiksalon am 12. Juli in Schloss Ferlach eben diese mit zwei modernen Soloviolinwerken in einen Zusammenhang, welchen sie in Spiritualität und Identität sieht.
Die Gattung der Violoncello-Suiten war nicht an sich neu, Bachs Umgang damit allerdings grundlegend neuartig, revolutionär und maßstabsetzend: Christoph Stradner wagt es und spielt das gesamte Solowerk für Violoncello an einem Abend in der evangelischen Kirche im Stadtpark Villach.
So 12.7.2020 / 11 Uhr